(Motorsport-Total.com) – Ducatis neues V4-Superbike leistet bereits in der Serie über 230 PS. Es wird erwartet, dass die WSBK-Version auf etwa 250 PS kommt. Die Lücke zur MotoGP ist hinsichtlich der Leistung nicht mehr allzu groß. Doch während in der Königsklasse selbst bei Nässe mit Carbonbremsen verzögert wird, müssen die WSBK-Piloten mit Stahlscheiben auskommen. Zudem müssen bei den Bremssätteln Preisobergrenzen beachtet werden. Wäre es mit Blick auf die Sicherheit nicht sinnvoller, zu Carbonbremsen zu wechseln?

Brembo

Carbonbremsen haben deutlich mehr Reserven als konventionelle Stahlbremsen Zoom

“Nein, wir sind eine seriennahe Meisterschaft”, lehnt Weltmeister Jonathan Rea ab. “Es würde keinen Sinn ergeben, diese Ausgabe hinzuzufügen. Ein Satz Scheiben kostet etwa 10.000 Pfund. Es ist absolut durchgeknallt, zu denken, dass wir Carbonbremsen verwenden sollen.”

“Man kann unsere Motorräder für unter 20.000 Euro bei den Händlern kaufen”, bemerkt Rea, der aber eingesteht, dass die Stahlbremsen ans Limit kommen: “Auf einigen Strecken bekommen wir Probleme mit den Bremsen, wie zum Beispiel in Thailand. Die Dorna ermöglichte es uns aber, Luftkanäle zur Kühlung der Bremssättel zu verwenden. Wir erkannten dadurch Vorteile.”

Jonathan Rea

Jonathan Rea sieht keinen Grund, zu Carbonbremsen zu wechseln Zoom

“Die Sicherheit ist kein Problem. Brembo leistet auch bei den Stahlscheiben großartige Arbeit”, gibt Rea Entwarnung. Beim Thema Bremse ist der viermalige Weltmeister extrem penibel. Anhand der Onboardaufnahmen lässt sich gut erkennen, dass Rea beim Fahren regelmäßig den Fernversteller des Bremshebels nutzt, um den Abstand zu korrigieren.

“Ich bin sehr akribisch, was die Position des Bremshebels angeht”, erklärt er. “Ich würde nicht sagen, dass ich den Hebel von Kurve zu Kurve neu arretieren muss, aber mindestens zwei Mal pro Runde. Ich möchte den Bremshebel immer perfekt haben für die nächste Kurve.”