(Motorsport-Total.com) – Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta glaubt, dass die Attraktivität der MotoGP nicht nur in der Konkurrenzfähigkeit der Klasse an sich besteht, sondern auch hinter den Kulissen vieles richtig gemacht wird, etwa finanziell. Im Vergleich zur Königsklasse auf vier Rädern geht der Spanier sogar so weit und sagt, dass das Finanzierungsmodell der MotoGP dem der Formel 1 überlegen sei.

Lewis Hamilton

Ezpeleta im Gespräch mit Lewis Hamilton, der in Katar VIP-Gast war Zoom

“Unsere kommerziellen Vereinbarungen kommen sowohl der Dorna (Rechteinhaber der MotoGP; Anm. d. R.) als auch den Teams zugute”, erklärte Ezpeleta gegenüber dem französischen Blatt ‘Auto Hebdo’. “Unser System unterscheidet sich von dem, was in der Formel 1 gemacht wird, dadurch, dass wir mehr Geld an die privaten Teams geben als an die offiziellen Teams.”

Und weiter: “Diese Teams haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung, wenn sie sich entscheiden, privaten Teams ein Motorrad zur Verfügung zu stellen. Wir haben Lösungen gefunden, die es privaten Teams ermöglichen, am Wettbewerb teilzunehmen.” In der MotoGP 2019 gibt es neben sechs Werks- auch fünf Satellitenteams. Einzig Suzuki hat noch kein Kundenteam.

Ezpeleta übt Kritik an Formel-1-Motoren

Deren Finanzierung ist in der breiten Öffentlichkeit kaum ein Thema – anders als in der Formel 1. Dort läuft im kommenden Jahr das sogenannte Concorde-Agreement aus, in dem sich der Automobil-Weltverband (FIA), das Formel-1-Management (FOM) und die Rennställe auf Rahmenbedingungen geeinigt haben. Die müssen nun neu verhandelt werden.

Technisches und sportliches Reglement, Streitthemen wie eine Budget-Obergrenze und die gerechtere Verteilung der Preisgelder stehen zur Disposition. Dabei sollen vor allem etablierte Teams zurückstecken, um mehr Chancengleichheit zu gewährleisten. Ob die MotoGP dafür ein gutes Vorbild ist? Ezpeleta findet schon und äußert Kritik an der aktuellen Formel 1.


Fotostrecke: MotoGP 2019: Wer welche Motorrad-Spezifikation fährt

So ist der Dorna-Chef kein Fan der Einführung von Hybridmotoren im Jahr 2014. Damit fand nicht nur die beliebte und laute V8-Ära ein Ende, die Technik wurde vor allem teuer und komplizierter. Nicht wenige wünschen sich mit der nächsten Motorengeneration ab 2021 die guten alten Zeiten zurück. Ezpeleta warnt indes davor, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren.

“Wir verstehen uns in allererster Linie als Sport und glauben, dass das wichtigste Element der Mensch ist”, hält er fest. “MotoGP ist die beste Motorrad-Show der Welt, weil sie die besten Fahrer zusammenbringt. Unser Ziel ist es, ihnen einen Rahmen zu bieten, indem sie ihr Talent bestmöglich zeigen können. Das ist auch ein Grund, warum die MotoGP so beliebt ist.”