(Motorsport-Total.com) – Nach den zwei Testtagen in Valencia vergangene Woche haben die MotoGP-Piloten an diesem Montag und Dienstag in Jerez das letzte Mal die Gelegenheit, ihre Bikes vor der Winterpause zu fahren. Dabei geht es vor allem daran, sich rückzuversichern, ob die in Valencia getesteten Neuentwicklungen auch hier funktionieren.

Maverick Vinales

Maverick Vinales knüpft nahtlos an Valencia an und toppt Testtag eins in Jerez Zoom

Eine personelle Veränderung gab es vorab im Ducati-Kundenteam Avintia, das Karel Abraham rausschmiss und MotoE-Pilot Eric Granado für den Jerez-Test einspannte. Für die MotoGP-Saison 2020 wird erwartet, dass Johann Zarco zu Avintia stößt.

Neben Abraham fehlte bei den Stammpiloten auch Pecco Bagnaia, der sich von seiner Verletzung am Rennwochenende in Valencia noch immer nicht vollständig erholt hat. Danilo Petrucci nahm hingegen wieder auf seiner Ducati Platz, nachdem er sich beim Valencia-Test wegen anhaltender Schulterbeschwerden vorzeitig zurückgezogen hatte.

Schnellster am Montag war bei kühlen und trüben Bedingungen Yamaha-Pilot Maverick Vinales, der auch schon den Test in Valencia angeführt hatte. Er setzte in 1:37.131 Minuten die Bestzeit vor Markenkollege Fabio Quartararo aus dem Petronas-Team.

Der Franzose kam erstmals in den Genuss des neuen Yamaha-Motors, hatte aber 0,754 Sekunden Rückstand auf Vinales. Seine Erklärung: “Vinales hat das neue Motorrad schon zwei Tage in Valencia getestet und konnte sich daran gewöhnen. Für uns war es das erste Mal mit dem neuen Motor. Da ist es schwierig, auf Anhieb schnell zu sein.”

Die Plätze drei und vier belegten die beiden Suzuki-Piloten Joan Mir und Alex Rins, wobei sich Mir erneut gegen den erfahreneren Teamkollegen durchsetzen konnte. Die Top 5 rundete Petronas-Fahrer Franco Morbidelli ab, der knapp eine Sekunde Rückstand auf die Spitze hatte. Er erlebte kurz vor Ende der Session einen späten Sturz.

MotoGP-Weltmeister Marc Marquez wurde am Montag Sechster. Auch er verzeichnete im Laufe des Tages einen Sturz in Kurve 13 und sorgte für die erste rote Flagge. Danach suchte der Spanier das Medical Centre auf, weil er sich offenbar die rechte Schulter angeschlagen hatte. Doch die Ärzte gaben Entwarnung und er konnte den Test fortsetzen.

Honda-Testfahrer Stefan Bradl fehlte in Jerez. In der Box des Werksteams nahm Marquez diesmal dessen Bruder und neuer Teamkollege Alex Marquez Platz, der bei seinem ersten Test in Valencia noch aus der LCR-Box auf die Strecke gegangen war.

Er absolvierte seine Kilometer am Montag auf dem Siegerbike von Marquez, also der 2019er-Honda, während seinem älteren Bruder mit einem 2019er-Bike sowie zwei Protoypen für 2020 gleich drei Motorräder zur Verfügung standen. Der Moto2-Champion beendete den Tag auf Platz 17 als bester Rookie. Ihm fehlten 2,282 Sekunden auf die Spitze.

Die weiteren Top-10-Plätze belegten Cal Crutchlow (LCR-Honda/7.) und Pol Espargaro (KTM/8.), gefolgt von drei Ducatis. Petrucci wurde Neunter, Andrea Dovizioso und Jack Miller reihten sich dahinter ein. Letzterer testete wie die Werkspiloten zwar den neuen Motor, fuhr aber anders als Petrucci und Dovizioso mit dem 2019er-Chassis.

Die beiden Aprilia-Fahrer Aleix Espargaro und Andrea Iannone landeten am ersten Testtag in Jerez auf den Positionen zwölf und 13. Valentino Rossi kam nicht über Rang 14 hinaus und hatte 1,628 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit des Teamkollegen.

Neben der roten Flagge ausgelöst durch Marquez gab es am Montag noch zwei weitere Unterbrechungen. Zunächst blieb Ducati-Testfahrer Michele Pirro mit einem Motorproblem liegen und sorgte für eine Zwangspause, weil die Sicherheitsbeauftragten fürchteten, dass Öl auf der Strecke ausgelaufen sein könnte.

Die dritte rote Flagge folgte auf einen Sturz von MotoGP-Rookie Iker Lecuona. “Ich stürzte beim Anbremsen auf Kurve 4 und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Aber ich hatte Glück”, sagte der Tech-3-KTM-Pilot, der sich wie Marquez im Medical Centre durchchecken ließ. Ernsthaft verletzt hatte auch er sich zum Glück nicht.

Lecuona tat sich in Jerez deutlich schwerer als zuletzt in Valencia. Damals noch schnellster Rookie reicht es diesmal nur für Platz 20 mit 2,802 Sekunden Rückstand. Ähnlich viel fehlte KTM-Markenkollege Brad Binder, der sich an 21. und vorletzter Stelle einreihte.