(Motorsport-Total.com) – Der Grand Prix von Japan wird insbesondere von den japanischen Herstellern im MotoGP-Feld gerne für Wildcard-Einsätze genutzt. So auch diesmal. Yamaha schickt neben den Stammfahrern Valentino Rossi und Maverick Vinales den langjährigen und bewährten Testfahrer Katsuyuki Nakasuga auf einer dritten M1 des Werksteams ins Rennen. Und auch Suzuki vertraut beim Heimspiel nicht nur auf die beiden Stammfahrer Andrea Iannone und Alex Rins. Testfahrer Sylvain Guintoli bewegt an diesem Wochenende zum dritten Mal nach Barcelona und Brünn eine dritte GSX-RR.

Sylvain Guintoli

Guintoli ist in Motegi mit runderneuerter GSX-RR für 2019 unterwegs Zoom

Im ersten Freien Training, dem einzigen der beiden Freitagstrainings, das auf komplett trockener Piste über die Bühne ging, war Guintoli 1,5 Sekunden langsamer als die Spitze. Das Programm für den Franzosen ist aber ein ganz spezielles. “Zum ersten Mal haben wir alle neuen Teile gleichzeitig am Motorrad”, sagt Guintoli und fügt hinzu: “Das ist die neue Basis für 2019. Wir haben einen neuen Motor, der etwas mehr Leistung hat. Wir haben ein neues Chassis und wir haben neue Aero-Teile. Hinzu kommt noch das eine oder andere neue Teil.”

“Das aktuelle Bike ist an sich schon sehr gut. In Aragon war das Team sehr stark und auch in Buriram, auf einer Strecke, die auf dem Papier nicht unbedingt für Suzuki gemacht ist”, sagt Guintoli in Anspielung auf die Leistungen der Stammfahrer Iannone und Rins und fügt mit Blick auf seinen Wildcard-Einsatz in Motegi hinzu: “Für uns geht es jetzt darum zu verstehen, wie wir all die neuen Teile richtig zusammenfügen. Es sind aufregende Zeiten für mich. Ich kann das ganze neue Zeug testen und bislang läuft es gut.”


Fotos: MotoGP in Motegi, Training


Wie Suzuki-Teamchef Davide Brivio ausführt, testete Guintoli den neuen Motor schon vor ein paar Tagen bei einem Privattest, der ebenfalls in Motegi stattfand. “Seine Eindrücke beim Test waren gut. Jetzt werden wir sehen, wie es im Rennen läuft”, so Brivio gegenüber ‘MotoGP.com’, um anzufügen: “Wir haben auch ein neues Chassis und eine neue Aerodynamik im Einsatz. Damit bereiten wir uns auf den Valencia-Test vor, um für das erste Rennen 2019 eine Basis zu haben.”

Doch Brivio stellt auch klar, dass es sich beim neuen Chassis nicht um jenes mit Carbon verstärkte Chassis handelt, das Stammfahrer Alex Rins seit dem Grand Prix von Österreich einsetzt. Das von Guintoli bewegte ist vielmehr eine Evolution davon. “Am Bike von Sylvain gibt es keine Kombination aus Carbon und Aluminium. Als wir das Carbon hinzugefügt haben, handelte es sich einfach um eine schnelle Methode, das Chassis steifer zu machen”, erklärt Brivio.

Stammfahrer Rins, der im Gegensatz zu Teamkollege Iannone auch 2019 für Suzuki fahren wird, geht allerdings nicht davon aus, viele der von Guintoli getesteten Teile noch in dieser Saison an seinem eigenen Bike zu haben. “Er testet die Maschine für nächstes Jahr. Schauen wir mal, was dabei herauskommt. Es wird an allen Bereichen des Motorrads gearbeitet, aber nichts, was bei den letzten drei Rennen getestet werden könnte.” Am Freitag in Motegi kam Rins aber zumindest in den Genuss neuer Winglets. Diese bezeichnet der Spanier als “keinen großen Schritt, aber eine kleine Verbesserung”.