(Motorsport-Total.com) – In diesem Jahr absolviert Dominique Aegerter seine zweite Saison in der Superbike-WM. Nach zwei WM-Titeln in der Supersport-Kategorie stieg Aegerter im vergangenen Jahr mit GRT-Yamaha in die WSBK auf und zeigte von Beginn an gute Leistungen.

Titel-Bild zur News: Dominique Aegerter

Hinter den Kulissen werden bereits Gespräche über Dominique Aegerters Zukunft geführt
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Bereits beim WSBK-Debüt qualifizierte sich Aegerter für die erste Startreihe. Beim Saisonfinale 2023 in Jerez fuhr der Schweizer auf das Podium. In diesem Jahr musste Aegerter aber einige Rückschläge erleiden, nachdem er die Wintertests verpasste. Wir haben uns im Rahmen des WSBK-Events in Assen mit Aegerter über die Zukunft unterhalten.

“Ich weiß leider noch nicht, wie es weitergeht”, erklärt Aegerter im Gespräch mit Motorsport-Total.com. “Mein Vertrag bei Yamaha läuft am Saisonende aus. Natürlich möchte ich weiterhin in der Superbike-WM fahren, am liebsten mit einem konkurrenzfähigen Team und Motorrad.”

Die Testfahrten nach dem Jahreswechsel verpasste Aegerter gesundheitsbedingt. Doch mit seinen Leistungen im Vorjahr und auch in diesem Jahr zeigte der Schweizer, dass er vom fahrerischen Niveau in die Superbike-WM gehört.

“Ich wurde im vergangenen Jahr WM-Achter und stand in diesem Jahr schon zwei Mal in den beiden ersten Startreihen. Ich gehöre schon zu den schnellen Fahrern”, kommentiert Aegerter. “Wir sind gut dabei, aber es ist nicht so, dass ich es mir aussuchen kann, wo ich fahre. Dafür sind die Leistungen zu schwach.”

Dominique Aegerter

GRT-Yamaha-Pilot Dominique Aegerter ist aktuell WM-Zehnter Zoom

Welche Faktoren die Verhandlungsposition schwächen

Aegerter ist aktuell WM-Zehnter und liegt somit vor einigen prominenten Fahrern, die Rekord-Weltmeister Jonathan Rea (Yamaha), Ex-Vizechampion Scott Redding (Bonovo-BMW) oder Laufsieger Michael Rinaldi (Motocorsa-Ducati).

Neben den sportlichen Leistungen macht sich Aegerter wegen zwei anderen Faktoren Sorgen um die Zukunft. “Mein Alter und meine Nationalität machen die Sache nicht einfacher”, bemerkt er im Vieraugen-Gespräch mit Motorsport-Total.com. In diesem Jahr feiert er seinen 34. Geburtstag. Zudem hat er als Schweizer einige Schwierigkeiten, Sponsoren für sich zu gewinnen.

Seine Nationalität sieht er als Nachteil an. “Ganz klar!”, kommentiert Aegerter und begründet: “Es gibt weniger Sponsoren und man hat eine geringere Präsenz. Das Alter ist ein weiterer Punkt. Mit 33 Jahren ist es schwierig. Man muss dann richtig gute Leistungen zeigen, wenn man in einem Werksteam unterkommen möchte.”


Fotos: WSBK 2024: Assen (Niederlande)


Ein Platz in einem Werksteam war Aegerter bisher nicht vergönnt. “Ich habe diese Chance nie bekommen, auch nicht nachdem ich zwei Weltmeistertitel holte”, bedauert der Supersport-Weltmeister von 2021 und 2022.

Will Dominique Aegerter überhaupt bei GRT-Yamaha bleiben?

Die Entwicklung der Yamaha R1 stagnierte in den zurückliegenden Jahren. Aktuell liegt Yamaha in der Herstellerwertung hinter Ducati, BMW und Kawasaki nur auf der vierten Position. Während Ducati, BMW und Kawasaki bereits Rennen gewinnen konnten, gelangen Yamaha nur vereinzelte Podestplätze.

Würde Aegerter bei GRT-Yamaha weitermachen, wenn er das Angebot für eine Vertragsverlängerung erhält? “Die Konditionen müssen stimmen”, bemerkt Aegerter und fügt hinzu: “Es gibt sicher auch einige Alternativen.”

Beim WSBK-Event in Assen hat sein Bruder und Manager bereits die Fühler ausgestreckt. Für die Saison 2025 könnten sich einige Türen öffnen, nicht nur in der Superbike-WM.

Alvaro Bautista, Dominique Aegerter

Geringer Topspeed: Auf den Geraden ist die Yamaha R1 unterlegen Zoom

Ein Wechsel in die Langstrecken-WM (EWC) ist aber kein Thema. “Nein, das ist keine Option. Ich will schon in diesem Fahrerlager bleiben. Es gibt sicher noch andere Teams, die Interesse haben”, erklärt Aegerter hoffnungsvoll.

GRT-Yamaha 2025: Remy Gardner hat bessere Karten als Dominique Aegerter

Eine teaminterne Quelle bei GRT-Yamaha hat durchsickern lassen, dass noch unklar ist, ob das Team eine dritte Saison mit der Fahrerpaarung Dominique Aegerter/Remy Gardner absolvieren wird. Diese Quelle hat gegenüber Motorsport-Total.com erklärt, dass Gardner im Zweifel die besseren Chancen hat, da er jünger ist und voraussichtlich größeres Potenzial besitzt.

Beim zurückliegenden WSBK-Event in Assen feierte Gardner sein erstes Podium (zur Reaktion). In der Meisterschaft ist der ehemalige MotoGP-Pilot als WM-Achter aktuell zweitbester Yamaha-Pilot hinter Andrea Locatelli, der WM-Fünfter ist.

Remy Gardner

Remy Gardner feierte in Assen sein erstes Podium in der Superbike-WM Zoom

Wir haben auch bei Gardner nachgehakt, welche Pläne es für die WSBK 2025 gibt. “Ich habe bei GRT eine Option. Es hängt von den Ergebnissen ab”, erklärt der 26-Jährige. “Mein Ziel ist es, die Saison in den Top 5 oder Top 6 zu beenden. Das ist realistisch, denke ich.”