(Motorsport-Total.com) – Fermin Aldeguer zählte im Winter zum Kreis der Favoriten für den Moto2-Weltmeistertitel 2024. Denn der Spanier vom Boscoscuro-Team hat im vergangene Herbst die letzten vier Saisonrennen gewonnen. Dazu gab es im Winter bereits die Spekulationen, dass er mit Ducati einen MotoGP-Vertrag unterschrieben hat.

Titel-Bild zur News: Fermin Aldeguer

Ausgerechnet in Jerez meldete sich Aldeguer an der Moto2-Spitze zurück
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Das hat er vor dem ersten Rennen auch getan, aber offiziell bestätigt wurde das zunächst noch nicht. Dann hatte Aldeguer einen schwierigen Saisonauftakt in Katar und sammelte als 16. keinen WM-Punkt. Gleichzeitig hat sein Teamkollege Alonso Lopez gewonnen.

Um den Druck der Öffentlichkeit von seinen Schultern zu nehmen, machte Ducati den MotoGP-Vertrag mit Aldeguer am 18. März offiziell. Das war der Montag vor dem zweiten Saisonrennen in Portimao (Portugal).

Dort fuhr er als Vierter ins Ziel und kehrte anschließend in Austin (USA) als Dritter auf das Podium zurück. Zuletzt dominierte Aldeguer sein Heimrennen in Jerez und ließ sich als Sieger feiern. Als WM-Dritter hat er nur noch 15 Punkte Rückstand und wieder alle Chancen.

“Ich bin sehr glücklich, denn ich wollte unbedingt zurück auf die höchste Stufe des Podiums”, sagt Aldeguer. “Wir haben hart gearbeitet. Seit Jahresbeginn habe ich das Gefühl, dass ich einen unglaublichen Speed habe.”

“Aber wir haben auch Fehler gemacht bei der Umstellung auf die neuen Reifen. Bislang konnten wir nicht unser volles Potenzial zeigen. Jetzt müssen wir so weiterarbeiten und uns weitere Siege als Ziel setzen.”

Mit der Erwartungshaltung und dem MotoGP-Vertrag stand Aldeguer im Fokus der Medien. Dazu kamen die neuen Pirelli-Reifen, die alle Teams und Fahrer kennenlernen und verstehen mussten. Bei manchen ging das schneller, andere haben weiterhin Mühe.

Fermin Aldeguer

Mit dem MotoGP-Vertrag in der Tasche ist der Moto2-WM-Titel das Ziel Zoom

“Ich denke die Umstellung auf die neuen Reifen war von Beginn an gut, aber das Problem war, dass die Reifen am Rennende immer zerstört waren”, sagt der 19-Jährige dazu. “Das Problem in den ersten Rennen war, dass ich keine guten Starts hatte.”

“Deshalb musste ich hart attackieren, aber die Reifen haben das nicht das komplette Rennen ausgehalten. In Jerez hatte ich einen guten Start und konnte das Rennen gut managen. Am Ende waren die Reifen noch perfekt.”

“Wir müssen das analysieren. Man muss in den ersten Rennrunden ruhig bleiben, damit man am Ende keine Probleme bekommt”, lautet Aldeguers Einschätzung zu den neuen Pirelli-Reifen. “Ich denke, man kann sagen, dass wir uns fast zu 100 Prozent darauf eingestellt haben.”

Schon große Fangemeinde in Spanien

Mit Aldeguer hat Spanien den potenziell nächsten Superstar in der Pipeline. Obwohl er erst seine dritte komplette Moto2-Saison fährt, hat er schon eine große Fangemeinde um sich gescharrt, wie auf den Tribünen in Jerez deutlich zu sehen war.

T-Shirts und Flaggen mit der gelben Startnummer 54 waren allgegenwärtig. Sein Heimsieg wurde frenetisch bejubelt und gefeiert. “Unglaublich”, strahlt Aldeguer. “In unserem Fanclub sind mehr als 400 Mitglieder. In Jerez haben wir eine Tribüne gefüllt.”

“Ich bin super stolz und muss weiter Rennen gewinnen und ihnen eine Show zeigen. Dann werden es noch mehr Fans sein.” Aldeguer stammt so wie Pedro Acosta aus der Region Murcia. Sie sind schon als Kinder gegeneinander Rennen gefahren.

Fermin Aldeguer

Fermin Aldeguer ließ sich in Jerez von seinen Fans feiern Zoom

Vor 30 Jahren besuchte Aldeguers Vater zum ersten Mal als Fan den Grand Prix in Jerez. Nun schloss sich mit dem Heimsieg der Kreis. In Spanien wird erwartet, dass er um den WM-Titel kämpft und als Champion in die Königsklasse aufsteigen wird.

War Jerez der Startschuss einer Siegesserie so wie im vergangenen Herbst? “Ich hoffe, dass ich so eine Serie starten kann und alle Rennen bis zum Schluss gewinnen kann”, lacht Aldeguer. “Aber man muss realistisch sein.”

“Es wird Rennen geben, die schwieriger sein werden und andere, in denen es besser laufen wird. Die besseren müssen wir zu unserem Vorteil nutzen. Der Druck war von Beginn an weg”, glaubt er nicht, dass der Rummel um den MotoGP-Vertrag eine Rolle gespielt hat.

“Wir haben den Speed und eine sehr gute Pace. Verschiedene Umstände haben dazu geführt, dass der erste Sieg nicht früher gekommen ist. Aber ich denke, wir haben von Rennen zu Rennen gezeigt, dass wir die Stärksten sind.”

Nach vier Rennwochenenden führt auch Boscoscuro die Herstellerwertung knapp vor Kalex an.