(Motorsport-Total.com) – Toprak Razgatlioglu hat nicht nur mit seinem Sieg im zweiten Hauptrennen in Assen gezeigt, was mit der BMW M1000RR möglich ist. Sein Teamkollege Michael van der Mark war ebenfalls in allen drei Läufen in den Top 10. Das Bonovo-Team erlebte dagegen wieder ein schwieriges Wochenende.

Titel-Bild zur News: Scott Redding

Scott Redding verschrottete seine BMW im zweiten Hauptrennen
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Im Reifenpoker des ersten Rennens sah Scott Redding als Achter die Zielflagge. Im Superpole-Rennen wurde der Brite direkt hinter Razgatlioglu Zehnter, aber im zweiten Hauptrennen schied Redding durch Sturz in der Geert-Timmer-Schikane aus.

“Die Veränderungen, die wir von Samstag auf Sonntag vorgenommen haben, waren positiv”, nennt der Routinier den guten Aspekt. “Es ist mir gelungen, das Gefühl weiter zu verbessern, und das war das Ziel.” Mit seiner Performance im Superpole-Rennen war er zufrieden.

“Als ich also ins zweite Rennen ging, hatte ich etwas mehr Selbstvertrauen. Ich fühlte mich bereit für das Rennen. Mein Start war in Ordnung, aber ich steckte ein wenig hinter zwei Jungs fest und hatte Mühe, sie zu überholen”, schildert Redding.

“Aber dann verlor ich beim Anbremsen in der letzten Kurve die Front. Das hat mich ein bisschen geärgert, weil ich das Gefühl hatte, dass ich eine gute Pace für ein weiteres Top-10-Ergebnis oder vielleicht sogar noch mehr hatte. Ich bin einfach nur sauer darüber.”

Teamkollege Garrett Gerloff hatte im Samstagsrennen große Probleme und kam mit einer Runde Rückstand als 16. ins Ziel. Im Superpole-Rennen lief es für den US-Amerikaner besser, denn er fuhr hinter der Gruppe mit van der Mark, Razgatlioglu und Redding als Elfter.

Im zweiten Hauptrennen wurde es Platz zwölf. “Es war schön, einfach weiter vorne zu sein, aber ich bin immer noch so weit hinten, dass es frustrierend wird”, seufzt Gerloff. “Ich versuche verschiedene Lösungen für die Dinge, mit denen wir zu kämpfen haben.”

Xavi Vierge, Michael Ruben Rinaldi, Tarran Mackenzie

Garrett Gerloff findet weiterhin kein optimales Gefühl für die M1000RR Zoom

“Aber der Weg war noch nicht ganz klar. Ich gebe alles, aber es kommt einfach noch nicht. Wir müssen schlichtweg weiterarbeiten und sehen, ob wir für das nächste Rennen einige Verbesserungen erreichen können.”

Macht sich das Team zu viel Druck?

Deutliche Worte findet Bonovo-Teambesitzer Jürgen Röder: “Das Wochenende war komplett zum Vergessen. Die Wetterkapriolen hatte jeder, alle Teams und wir mussten damit leben. Ich denke, das hat es ganz spannend für die Zuschauer gemacht und für uns auch, allerdings in negativer Hinsicht.”

“Wir haben das uns gesteckte Ziel in Assen, mit beiden in die Top 10 zu fahren nicht ansatzweise erreicht. Ich bin in Assen zum ersten Mal sehr frustriert direkt nach dem Rennen abgereist und habe überlegt, was man besser machen kann.”

“Das Team wie auch die Fahrer sind extrem motiviert. Vielleicht liegt es daran, dass wir es zu sehr mit der Brechstange versuchen und es mit aller Gewalt wollen, und wir damit die Fahrer überfordern.”

“Unser Problem beginnt schon in der Superpole”, verweist Röder auf die Zahlen. “Hier waren wir auf P17 und P15 und damit weit hinter unseren Möglichkeiten zurück, was wir schon seit letztem Jahr mit uns herumschleppen. Das ist eine Sache, die komplett verbessert werden muss.”

“Hier sind 15 Minuten natürlich eine kurze Zeit, aber das Problem haben alle, nicht nur wir. Dann haben wir natürlich noch den Druck vom zweiten BMW-Team, die erheblich erfolgreicher sind als wir.”

Jürgen Röder, Marc Bongers

Jürgen Röder (li.) im Gespräch mit Marc Bongers (re.) Zoom

“BMW stellt uns das gleiche Material zur Verfügung wie dem anderen Team, also daran liegt es nicht. Wir müssen die Performance und die Leistung, die BMW uns zur Verfügung stellt, in entsprechende Positionen umsetzen.”

Aber Röder meint auch: “Wir alle im Team setzen uns stark unter Druck, Leistung abzuliefern. Vielleicht sollten wir das etwas abbauen. Ich überlege, ob wir etwas Entspanntes mit dem Team unternehmen, um zu sehen, dass wir dann in Misano wieder besser performen können.”

Vor allem der Vergleich mit dem anderen BMW-Team zeigt Bonovo auf, dass man an sich selbst arbeiten muss. “Wir müssen uns wirklich deutlich verbessern”, betont Teammanager Michael Galinski. “Besonders während unser BMW-Schwesterteam SMR es wirklich toll gemacht hat.”

“Wir gratulieren wieder Toprak, und auch Michael hat einen guten Job gemacht. Wir müssen uns deutlich verbessern, denn so ist hier kein Blumentopf zu gewinnen.” Das BMW-SMR-Team hat 175 WM-Punkte auf dem Konto, währende Bonovo bisher nur 47 Zähler gesammelt hat.