Marini trotzt Schmerzen und feiert mit P6 bestes Honda-Ergebnis

(Motorsport-Total.com) – Luca Marini hat bei seinem Comeback-Rennen nach längerer Verletzungspause einen beeindruckenden sechsten Platz auf dem Sachsenring eingefahren. Damit erzielte der Italiener sein bisher bestes Ergebnis mit Honda. Für das Honda-Werksteam war es die beste Rennplatzierung seit der Saison 2023.

Titel-Bild zur News: Luca Marini

Im Kampf um P6 setzte sich Marini gegen Miller und Binder durch
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“Super happy über meine Performance”, resümiert Marini zufrieden. Er spricht von einem schwierigen Rennen, in dem er Glück gehabt habe, aber auch gut genug gewesen sei, keinen Fehler zu machen, anders als viele seiner Konkurrenten, die stürzten.

“An einem gewissen Punkt im Rennen hatte der Vorderreifen stark abgebaut. Besonders beim Anbremsen auf Kurve 1 war es sehr leicht, das Vorderrad zu verlieren”, weiß er.

Trotz eines guten Starts räumt Marini ein, gerade in der Anfangsphase des Rennens Probleme gehabt zu haben, sich mit den noch frischen Reifen zu verteidigen. “Wir sind zu Beginn nicht konkurrenzfähig genug. Wir verlieren viel, weil wir nicht genug Traktion haben. Ich weiß nicht genau, woran es liegt.”

Marini fährt trotz Schmerzen stark auf

Gerade beim Herausbeschleunigen aus der letzten Kurve habe er viel Zeit verloren. “Und dann ist es für alle anderen einfach, mich zu überholen.” Ab Runde sieben kam dann noch seine Fitness ins Spiel: “Ich hatte Schmerzen, körperliche Probleme, also musste ich ein wenig langsamer fahren und anfangen, die Reifen zu managen.”

Das sei jedoch die richtige Entscheidung gewesen. “Am Ende hatte ich deutlich mehr Grip am Hinterrad als die anderen und konnte gute Überholmanöver zeigen”, sagt Marini.

Trotz aller Widrigkeiten und der Tatsache, dass er von einigen Stürzen profitierte, zieht der Italiener ein positives Fazit: “Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, zufrieden mit dem Set-up des Motorrads, weil es sich seit Freitag verbessert hat. Ich konnte das Motorrad vor allem mit gebrauchten Reifen gut zum Einlenken bringen.”


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Auf seine körperlichen Beschwerden angesprochen, gesteht Marini, dass er während des gesamten Rennens mit Schmerzen zu kämpfen hatte. “Vor allem in den langen Linkskurven 5-6 und 9-10 war es schwierig. Ich konnte mich nicht so lange mit dem linken Arm abstützen, also habe ich mit dem linken Fuß auf die Fußraste gedrückt.”

“Aber wenn ich zu viel Druck ausgeübt habe, ist mir das Heck weggerutscht, weil nicht genug Grip da war”, erklärt der Honda-Pilot. Um das Motorrad zu stabilisieren, habe er dann viel mit dem Rücken gearbeitet, was zu starken Krämpfen führte.

Mangel an Grip machte es Marini extra schwer

“Ich musste in bestimmten Momenten langsamer machen, habe immer wieder versucht, meine Sitzposition zu ändern und mich auf dem Tank etwas zu entspannen. Aber das ist nicht leicht, wenn kein Grip da ist. Das Motorrad ist ständig am Rutschen.”

In Kurve 5 war vor allem gegen Rennende zu sehen, wie Marini immer wieder den rechten Fuß anhob. Dazu erklärt er: “Ich hatte Krämpfe im Rücken und im Bein. Ich habe einfach versucht, eine bessere Position zu finden, um mich ein wenig zu entspannen. Der Schmerz war in dem Moment ziemlich heftig.”

Trotz allem brachte der Italiener das Rennen dank der Zusammenarbeit mit dem medizinischen Team des Clinica Mobile und einiger Schmerzmittel zu Ende. Dabei setzte er sich im Duell sowohl gegen Jack Miller als Brad Binder durch.

“Ich wollte Brad in Kurve 12 überholen, aber ich hatte nicht genug Kraft im linken Arm, um beim Bremsen härter zu drücken. Ich musste mich mit den Beinen abstützen, das war nicht leicht. Brad bremst immer sehr hart und spät, und KTM ist auch ein sehr gutes Motorrad beim Bremsen”, schildert Marini das Problem.

Er sei in diesem Moment zwar schneller gewesen, aber ein Überholen war kaum möglich. Erst als Binder und Jack Miller mit Gripverlust zu kämpfen hatten, konnte er vorbeigehen.

Insgesamt sieht Marini Potenzial für mehr: “Meiner Meinung nach hätte mein Rennrhythmus für mehr gereicht. Ich glaube, ich hätte direkt hinter Aldeguer und Quartararo ins Ziel kommen können, deutlich näher dran.” Jetzt will er sich und seinem Körper aber etwas Ruhe gönnen. “Dann bin ich für Brünn wieder bereit.”