(Motorsport-Total.com) – Im verregneten Qualifying für den Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring eroberte Marc Marquez seine siebte Poleposition der MotoGP-Saison 2025. Der Ducati-Fahrer musste alles geben, um zum Schluss Johann Zarco (LCR-Honda) in Schach zu halten. Marco Bezzecchi komplettierte mit der Aprilia die erste Startreihe (zum Q2-Ergebnis).
© Alexander Trienitz
Marc Marquez fuhr im Regen zur Poleposition
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Zu Beginn von Q2 wurde der Regen im Vergleich zu Q1 deutlich stärker. Maverick Vinales stürzte in seiner Aufwärmrunde in Kurve 4 per Highsider von seiner Tech3-KTM. Das zeigte vom ersten Moment an, wie schwierig die nassen Verhältnisse bei kühlen Temperaturen waren.
Momente später stürzte Jack Miller ebenfalls in Kurve 4 von seiner Pramac-Yamaha – es war fast ein Abziehbild vom Vinales-Sturz. Die Bedingungen wurden immer schwieriger, aber Marc Marquez zeigte einmal mehr seine Klasse.
Teilweise hatte der WM-Führende über eine Sekunde Vorsprung. Marc Marquez fuhr die 15 Minuten mit einem Reifensatz durch, aber je länger Q2 dauerte, desto schneller wurde auch Zarco, der ebenfalls keinen Reifenwechsel einlegte.
Zarco machte es spannend, denn vor der letzten fliegenden Runde lag er nur 0,065 Sekunden hinter der Marquez-Zeit. Beide verbesserten ihre Zeit noch, aber der WM-Führende hatte die Nase vorne. Mit 1:27.811 Minuten sicherte sich Marc Marquez seine siebte Poleposition der Saison.
“Ich musste aufpassen, denn ich hatte schon einen Moment in Kurve 11”, atmet der WM-Führende durch. “Als ich dann die Ziellinie mit der 1:28.0 überquert habe, dachte ich: ‘Okay, jetzt durchatmen, ruhig bleiben, Ziel erreicht.’ Das war die erste Startreihe.”
“Aber dann habe ich auf den Bildschirmen ein paar rote Helme gesehen, und auch an der Boxenmauer wurde mir angezeigt, dass die Rundenzeit vom Zweiten immer näher kam. Also habe ich nochmal ein bisschen gepusht, weil ich das Gefühl hatte, dass ich es schaffen kann.”
Zarco musste sich schlussendlich nur um 0,151 Sekunden geschlagen geben. Nach Platz drei in Argentinien eroberte der Routinier mit Rang zwei zum zweiten Mal in der laufenden Saison eine Startposition in der ersten Reihe.
“Ich bin ziemlich glücklich”, freut sich der Franzose. “Als ich heute Morgen den Regen gesehen habe, dachte ich: ‘Okay, neues Spiel, ich habe meine Chance.’ Am Ende habe ich nochmal extra gepusht und den zweiten Platz geholt. Das ist cool!”
“Ich hatte eigentlich auf die Poleposition gehofft, aber Marc hat nochmal eine schnelle Runde gesetzt. Trotzdem ist es ziemlich gut, denn gestern war ich nicht in den Top 10. Heute war es ein neues Spiel, und ich konnte die Chance nutzen.”
Die erste Reihe komplettierte Bezzecchi als Dritter. Damit startet der Italiener erstmals als Aprilia-Fahrer aus Reihe eins. “Das war schwierig”, kommentiert der Italiener. “Zum Glück habe ich dann ein paar schnelle Fahrer wie Johann getroffen, der sich aber von mir absetzte.”
“Ich habe dann meinen Rhythmus gefunden und als ich gesehen habe, dass ich ziemlich nah an ihm dran war, dachte ich: ‘Okay, ich bin schnell unterwegs.’ Ich habe mein Bestes gegeben. Danke auch an mein Team.”
Bagnaia um zwei Sekunden langsamer als Marquez
Franco Morbidelli (VR46-Ducati) stürzte in seiner letzten Runde mit einer roten Zwischenzeit im zweiten Sektor in Kurve 8. Trotzdem hat sich der Italiener als Vierter eine gute Ausgangsposition geschaffen.
Bester KTM-Fahrer war Pedro Acosta als Fünfter, aber dem Spanier fehlte schon eine Sekunde auf die Spitze. Die zweite Reihe komplettierte Alex Marquez (Gresini-Ducati). Die Plätze in der dritten Reihe sicherten sich Fabio Quartararo (Yamaha), Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Miller.
Brad Binder wurde mit der zweiten KTM Zehnter. Francesco Bagnaia war in Q2 der langsamste Fahrer. Dem Vorjahressieger fehlten zwei Sekunden auf seinen Ducati-Teamkollegen Marc Marquez. Bagnaia landete auf Startplatz elf.
Nach seinem Sturz wurde Vinales ohne Rundenzeit Zwölfter und Letzter in Q2. Im Anschluss an den Crash kehrte er nicht in seine Tech3-Box zurück, sondern begab sich für einen Check ins Medical Center. Deshalb fuhr er im Qualifying nicht mehr auf die Strecke.
Laut ersten Informationen hat sich Vinales die linke Schulter ausgekugelt, die mit Schmerzmitteln wieder eingerenkt wurde. Um weitere Verletzungen auszuschließen, wurde der Spanier nach dem Qualifying in ein Krankenhaus überstellt.
Zarco ohne Reifenwechsel zur Q1-Bestzeit
Schon in Q1 verfolgte Zarco im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrern seine eigene Taktik. Denn der Franzose legte keinen Boxenstopp für einen Reifenwechsel ein, sondern fuhr die 15 Minuten mit einem Medium-Hinterreifen durch.
Diese Taktik zahlte sich aus, denn Zarco tastete sich auf der nassen Strecke kontinuierlich an das Limit heran und wurde mit jeder Runde schneller. Schließlich stellte der Routinier mit 1:27.827 Minuten Q1-Bestzeit auf (zum Q1-Ergebnis).
Vinales wechselte bei Halbzeit auf einen neuen weichen Hinterreifen und sicherte sich als Zweiter den Q2-Einzug. Auf Zarco fehlten dem KTM-Fahrer 0,222 Sekunden. Miguel Oliveira (Pramac-Yamaha) hatte als Dritter schon rund eine halbe Sekunde Rückstand.
Ansonsten war in Q1 nur noch Rookie Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) innerhalb einer Sekunde zu Zarcos Zeit. Schwer tat sich Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) im Regen, denn dem zweiten Rookie im Feld fehlten in Q1 über zwei Sekunden.
Der Sprint über 15 Runden wird um 15:00 Uhr gestartet (zur Startaufstellung).