Nach Sturz sieht Alex Marquez nur einen Scooter – und der gehört Bagnaias Vater!

(Motorsport-Total.com) – Marc und Alex Marquez waren nach den ersten elf MotoGP-Rennwochenenden 2025 die einzigen beiden Fahrer, die sich im Freitagstraining immer direkt für Q2 qualifiziert haben. In Brünn bestand für Alex Marquez die Gefahr, erstmals die Top 10 zu verpassen. Denn der WM-Zweite stürzte sieben Minuten vor Trainingsende in Kurve 7. Zu diesem Zeitpunkt war er Elfter.

Titel-Bild zur News: Alex Marquez

Alex Marquez musste nach der kuriosen Schlussphase des Trainings selbst lachen
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Mit dem beschädigten Motorrad konnte der Gresini-Fahrer nicht mehr weiterfahren. Anschließend spielten sich kuriose Szenen ab, denn Alex Marquez suchte einen Weg, um so schnell wie möglich zurück an die Gresini-Box zu kommen.

“Also, der erste Scooter, den ich gesehen habe – ich will ehrlich sein – war der von ‘Peccos’ Vater”, schildert Alex Marquez lachend. “Ich habe ein gutes Verhältnis zu Pietro, wirklich, aber ich habe mir gedacht: Okay, das ist vielleicht keine einfache Situation für ihn.”

“Dann habe ich den weißen Scooter gesehen und gesagt: Okay, ich nehme den weißen, um niemanden in Stress zu bringen. Also habe ich den weißen genommen.” Im TV-Bild war zu sehen, wie Alex Marquez hinten auf einem Roller mitfuhr.

Aber kurz darauf war in der nächsten Einstellung zu sehen, wie er alleine einen Scooter fuhr. Was war geschehen? “Sie haben draußen in Kurve 3 den Weg der Service-Road geändert, man konnte dort nicht mehr durch.”

“An diesem Punkt haben sie gesagt: ‘Lauf!’ – also bin ich losgelaufen. Dann habe ich einen weiteren Scooter gesehen und habe einfach den genommen.” Und mit diesem ist er dann alleine zurück an die Box gefahren.

“Als ich dann an der Box ankam, dachte ich: Ich werde keine Zeit mehr haben. Das letzte große TV-Bild, das ich gesehen hatte, zeigte noch fünf Minuten – ich dachte, ich bin zu spät dran.” Aber es hat gereicht.

Mit noch drei Minuten auf der Uhr fuhr Alex Marquez mit dem zweiten Motorrad auf die Strecke. Seine Gresini-Mechaniker hatten mit dem Medium-Regenreifen hinten genau die richtige Entscheidung getroffen. Er verbesserte sich auf Rang neun und war damit in Q2.

“Ich habe heute viel Risiko auf dem MotoGP-Bike genommen, aber ehrlich gesagt noch mehr auf dem Scooter auf dem Rückweg”, lacht Alex Marquez. “Ich war komplett voller Gras, meine Kleidung auch – das ist im Nachhinein eine lustige Situation, wenn alles gut ausgeht.”

Marc Marquez dominiert und stapelt tief

Sein Bruder Marc Marquez musste bereits am Vormittag seine Ducati nach einem technischen Problem über die Service-Road zurück an die Box bringen. Als direkt am Ende der Boxengasse ein Alarmsignal aufleuchtete, schlatete er den Motor ab.

Das kostete ihn viel Trainingszeit, bis die Ducati-Mechaniker den Fehler gefunden hatten. “Es war eine ganz banale Sache. Es war ein Stecker, der eigentlich funktionierte, aber nicht richtig eingerastet war”, erklärt der WM-Führende die Ursache des Problems.

“Durch die Vibrationen hat er sich gelöst, was zu einem elektrischen Problem geführt hat. Dann haben sie es gefunden, den Stecker wieder richtig eingesteckt und das Motorrad hat wieder funktioniert.”

“Ja, das hat etwas Zeit gekostet, denn wenn das Motorrad stehenbleibt, gibt es sehr viele Stecker, und es ist schwierig, den richtigen zu finden.” Letztendlich beendete Marc Marquez beide Trainings an der Spitze des Klassements.

Überbewerten will er seine Bestzeiten aber nicht: “Heute war ich der Schnellste, aber am Wochenende werden wir unterschiedliche Bedingungen haben. Für mich bedeutet der Freitag nichts.”

“Wir sind heute nicht unter trockenen Bedingungen gefahren. Morgen schon. Und dann müssen wir verstehen, wer der schnellste Fahrer ist.” Allerdings weiß Bruder Alex genau, wo Marc auch in Brünn den entscheidenden Unterschied macht.

Der jüngere Marquez erläutert: “Hier gibt es viel Grip, der Hinterreifen drückt stark nach vorn, es ist schwierig, in die Kurve hineinzufahren und das Bike zu drehen. Alle Ducati-Fahrer haben ein wenig damit zu kämpfen.”

“Nur Marc ist in der Lage, einen kontrollierten Slide des Hinterrads beim Hineinbremsen in die Kurve zu erzeugen und so das Bike zu drehen. Das haben wir schon vergangenes Jahr mit dem 2023er-Bike im Trockenen gesehen, und heute auch im Nassen.”

“Dadurch spürt er diesen Druck des Hinterreifens auf den Vorderreifen weniger, weil er durch seinen Fahrstil eine andere Dynamik erzeugt und dieses Problem umgeht.” Während es Alex Marquez noch auf den letzten Drücker ins Q2 schaffte, scheiterte Francesco Bagnaia.

Falsche Taktik bei Bagnaia – wieder in Q1

Der zweite Ducati-Werksfahrer hatte eineinhalb Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Marc Marquez und beendete das Freitagstraining nur als 13. Sein Team schickte ihn zum Schluss hinten mit dem weichen Regenreifen auf die Strecke – ein Fehler.

“Heute war ich nicht dabei, weil ich die Strategie komplett verpasst habe”, ärgert sich Bagnaia. “Ich war in der Box, als die anderen ihre Zeiten verbessert haben. Jedes Mal, wenn ich rausgefahren bin, war ich in den Top 10, aber am Ende war ich draußen.”

“In der Schlussphase war die einzige Möglichkeit, in die Top 10 zu kommen, mit dem Medium-Reifen zu fahren – aber wir haben uns für den Soft entschieden. Die Techniker waren zu sehr vom Soft überzeugt. Also habe ich mich der Strategie angeschlossen – aber sie war falsch.”