Raul Fernandez in den Top 5: Welche Rolle Davide Brivio dabei spielte

(Motorsport-Total.com) – In Brünn zeigte Raul Fernandez seine bislang stärkste Leistung der laufenden MotoGP-Saison. Mit Platz fünf egalisierte der Spanier sein bestes Ergebnis in der Königsklasse und bestätigte damit seinen Aufwärtstrend.

Titel-Bild zur News: Raul Fernandez

Raul Fernandez egalisierte sein bestes MotoGP-Ergebnis von Valencia 2023
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“Ich bin sehr glücklich”, sagte Fernandez nach dem Rennen erleichtert. “Natürlich war der Saisonstart nicht einfach, aber Schritt für Schritt haben wir alles verbessert.”

Diese Steigerung sei kein Zufallsprodukt eines einzelnen Wochenendes, sondern das Ergebnis harter Arbeit in den vergangenen Rennen: “In den letzten sieben Rennen war ich sechsmal in den Top 10. Das kommt nicht von ungefähr”, so der Trackhouse-Pilot.

Der Schlüssel: Qualifying und ein Gespräch mit Brivio

Seine starke Platzierung in Brünn führte er unter anderem auf ein verbessertes Qualifying zurück. “Wenn ich sehe, dass wir nur von P11 oder P12 starten, wird es am Anfang des Rennens schwierig. Heute von P6 war es anders. Ich hatte nicht viele Fahrer vor mir, konnte leichter überholen. Das hat uns sehr geholfen.”

Ein weiterer, weniger technischer Faktor spielte ebenfalls eine entscheidende Rolle: ein Gespräch mit Teammanager Davide Brivio am Donnerstag vor dem Wochenende.

“Das Meeting mit Davide war sehr positiv. Ich bin erst 24 Jahre alt und sehe mich als einen jungen Fahrer. Wenn man mit Davide arbeitet, der seit über 25 Jahren dabei ist, kann man immer etwas lernen. Dieses Gespräch hat mir sehr geholfen.”

Diese mentale Unterstützung spiegelte sich dann in einer gewissen Lockerheit wider, die Fernandez befreit auffahren ließ: “Ich war das ganze Wochenende super entspannt und habe das Fahren sehr genossen. Auch das war ein Schlüssel zum Erfolg.”


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Angesprochen auf seine Entwicklung verweist Fernandez auf viele kleine Schritte, die zu einer kontinuierlichen Steigerung führten. Entscheidend sei dabei auch der Jerez-Test Ende April gewesen. “Seitdem haben wir uns stark verbessert. Ich denke, für die Zukunft müssen wir uns auf das Qualifying konzentrieren.”

“Es macht den Unterschied. Denn heutzutage in der MotoGP, besonders wenn es ein heißes Rennen ist und man die Reifen gut managen muss, ist es ziemlich schwierig zu überholen. Wenn man vorne startet, ist es einfacher, dort zu bleiben”, erklärt er.

Und genau das hat Fernandez vor. Zudem dürften nach der Sommerpause neue Updates am Motorrad folgen. Die Pause will der Spanier nutzen, um ein paar Tage zu entspannen und dann gleich wieder an die Arbeit zu gehen. “Schließlich will ich in der zweiten Saisonhälfte noch stärker zurückkommen als jetzt.”

Körperliche Fitness noch nicht ganz bei 100 Prozent

Körperlich, so gibt der Trackhouse-Pilot zu, ist er noch nicht bei 100 Prozent. “Nach Silverstone hatte ich ein Problem mit der Schulter, das schon seit letztem Jahr schmerzte. Schon in der Moto2 war ich deshalb bei einigen Ärzten und Physiotherapeuten und habe angefangen daran zu arbeiten”, verrät Fernandez.

Zwar habe er schon Fortschritte erzielt, spüre die Schulter auf einer sehr körperlich fordernden Strecke wie Mugello aber immer noch. “Ich muss in der Sommerpause noch mehr daran arbeiten und versuchen, die 100-Prozent-Lösung für die zweite Saisonhälfte zu finden. Aber es geht von Rennen zu Rennen besser.”

Und noch etwas nimmt sich Fernandez für die Pause vor: nicht zu viel grübeln. “Im letzten Jahr war einer meiner Fehler, dass ich in der Sommerpause zu sehr über meine Fehler nachgedacht habe. Das hat mich in der zweiten Saisonhälfte blockiert.”

Mental ist das starke Resultat vor der Sommerpause deshalb Gold wert. “Wenn man vor der Sommerpause gut abschließt, hilft es sehr, sich ein paar Tage auszuruhen, was wirklich notwendig ist, und danach entspannt zur Arbeit zurückzukehren.”

“Das ist der Schlüssel für die zweite Hälfte, denn diese Doubleheader sind nicht einfach. Viele stressige Momente mit den Sprintrennen, und das gut zu managen ist schwierig.”