Vinales im Sachsenring-Qualifying verletzt: Auch kein Start in Brünn

(Motorsport-Total.com) – Das Tech3-KTM-Team erlebte ein extrem schwieriges Sachsenring-Wochenende. Enea Bastianini konnte wegen einer Blinddarmentzündung erst gar nicht von Italien nach Deutschland reisen. Am Samstag zog sich Teamkollege Maverick Vinales im Qualifying bei einem Sturz Verletzungen zu.

Titel-Bild zur News: Maverick Vinales

Maverick Vinales fehlt erstmals in seiner MotoGP-Karriere wegen einer Verletzung
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Der Spanier stützte auf nasser Strecke zu Beginn von Q2 in seiner Aufwärmrunde in Kurve 4 per Highsider. Vinales prallte mit der linken Schulter auf den Asphalt und kugelte sich dabei die linke Schulter aus. Er wurde sofort ins Medical Center gebracht.

Die Schulter wurde noch an der Strecke wieder eingerenkt. Die Ärzte vermuteten jedoch eine kleine Fraktur. Deshalb wurde Vinales in ein örtliches Krankenhaus überstellt, wo sich diese Verletzung bei genaueren Untersuchungen bestätigte.

“Natürlich habe ich Schmerzen, aber insgesamt geht es mir gut”, sagt Vinales in einer ersten Stellungnahme. “Am meisten enttäuscht es mich, dass wir das Wochenende hier nicht zu Ende bringen und nicht sehen können, was möglich gewesen wäre.”

Das Tech3-Team kann somit zusammenpacken und sich auf die Reise nach Brünn machen, wo am kommenden Wochenende der Grand Prix von Tschechien stattfinden wird. Allerdings wird Vinales auch in Brünn nicht fahren können.

“Ich werde dieses Rennen und auch Brünn auslassen”, bestätigt er gegenüber DAZN Spanien. “Mal sehen, ob ich es bis Österreich schaffe. Ich habe mir den oberen Teil der Schulter gebrochen, ein Band gerissen und ein teilweise gezerrtes oder eingeklemmtes Sehnenstück.”

Etwas mehr Glück als Vinales hatte zu Beginn von Q2 Jack Miller (Pramac-Yamaha). Der Australier stürzte rund eine Minute nach dem KTM-Fahrer an der gleichen Stelle. Beide Stürze glichen sich fast wie ein Abziehbild, doch Miller blieb unverletzt.

“Ich kam aus Kurve 3 raus”, beschreibt der Australier. “Beim Richtungswechsel war schon in Kurve 3 kein Grip, und ich habe einfach versucht, das Motorrad vorsichtig durch die Kurve zu bringen. Aber sobald ich nach links umgelegt habe, hat es mich abgeworfen … mich zum Mond geschickt.”

“Ich habe die Augen zugemacht, bin gegen die Wand geknallt und habe mich dann nur noch angespannt, habe auf das verdammte Motorrad gewartet, weil du ja nicht weißt, wo es ist – aber du hast so ein Gefühl, dass es hinter dir ist.”

“Ich habe einfach nur darauf gewartet, dass es mich voll trifft. Zum Glück war das Motorrad dann rechts von mir.” Sowohl bei ihm als auch bei Vinales war der Highsider nicht auf zu viel Gas zurückzuführen, wie Miller glaubt.

“Der Reifen war nicht bereit, und vielleicht ein bisschen zu viel Gas. Wie gesagt, ich hatte nicht das Gefühl, dass es zu viel war – aber wenn du eine Session fährst, in der die Strecke gerade so trocken ist, wie in Le Mans, bekommst du ein Gefühl dafür, wie viel Grip da ist.”

“Du denkst, du fährst im Schritttempo, aber du bist trotzdem 20 km/h schneller, als es im Nassen möglich ist – und das in der Kurve”, meint der Australier. Den Sprint beendete Miller schließlich an der fünften Stelle.

Im Tech3-Team herrschte am Samstagnachmittag weiterhin Ungewissheit, ob in Brünn zumindest Bastianini antreten kann. Es wurden keine weiteren Updates zur Situation mit der Blinddarmentzündung kommuniziert.

Teammanager Nicolas Goyon kann momentan nur so viel sagen: “Ein unglaubliches Pech für das Tech3-Team an diesem Wochenende. Wir wünschen Enea und Maverick eine schnelle Genesung und hoffen, sie bald wieder bei uns im Team zu haben.”