(Motorsport-Total.com) – Am Mittwoch nach dem WSBK-Wochenende in Assen verkündete Kawasaki, dass man in der Superbike-WM 2025 ein Joint Venture mit Bimota startet (zur Meldung). Richtig präzise war die Ankündigung allerdings nicht, was die Zukunft der Marke Kawasaki in der seriennahen Meisterschaft angeht. Deshalb haben wir bei den ehemaligen Serien-Weltmeistern nachgehakt und einige Antworten erhalten.

Titel-Bild zur News: Axel Bassani

Superbike-WM 2025: Verschwindet die Kawasaki ZX-10RR komplett?
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“Als offizielles oder sogenanntes ‘Werksteam’ wird das neue Bimota by Kawasaki Racing Team das offizielle Team in der WSBK sein”, erklärt Kawasaki in einer Mitteilung. Das bedeutet, dass das Provec-Team, das man seit über zehn Jahren als Kawasaki-Werksteam kennt, in dieser Art und Weise nicht mehr existieren wird.

Stattdessen wird die Mannschaft, die ihren Hauptsitz unweit von Barcelona hat, als Bimota antreten. Kawasaki ist in der kommenden Saison nur noch der Motorenlieferant des Teams. Es ist allerdings möglich, dass private WSBK-Teams weiterhin auf die Kawasaki ZX-10RR setzen.

Aktuell hat Kawasaki mit Puccetti nur noch ein Kundenteam. Die sportlichen Erfolge des Kawasaki-Kundenteams von Manuel Puccetti sind allerdings seit einigen Jahren überschaubar. Die Nachfrage anderer Teams nach Material von Kawasaki ist gering.

Kawasaki wird Bimota mit Motoren und Know-how unterstützen

In der Vergangenheit griff Bimota hinsichtlich der Motoren auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Herstellern zurück. Es kamen Motoren von BMW (BB-Modelle), Ducati (DB-Modelle), Suzuki (SB-Modelle) und Kawasaki (KB-Modelle) zum Einsatz.

Doch vor fünf Jahren übernahm Kawasaki 49 Prozent von Bimota. Durch die Übernahme war klar, dass zukünftige Bimota-Modelle exklusiv von Kawasaki-Motoren angetrieben werden. Auch das neue Bimota-Superbike wird einen Motor von Kawasaki haben.

Christian Iddon

Bei den bisher letzten WSBK-Auftritten von Bimota kam ein BMW-Motor zum Einsatz Zoom

“Kawasaki wird durch die Bereitstellung von Motoren und Technologien sowie durch die unvergleichliche Erfahrung des bestehenden Rennstalls maßgeblich beteiligt sein”, teilt Kawasaki auf Nachfrage von Motorsport-Total.com mit.

Das Motorrad, mit dem Bimota in der Superbike-WM 2025 antreten wird, gibt es allerdings noch gar nicht. Aktuell bietet die Kultmarke nur vier Modelle an: das Adventure-Bike Tera, den Sporttourer Tesi H2, das Retrobike KB4 sowie die Enduro BX450.

Bimota Tesi H2

Nicht WSBK-tauglich: Die Bimota Tesi H2 hat den Kompressor-Motor der Kawasaki H2 Zoom

Es deutet alles darauf hin, dass Bimota ein komplett neues Superbike präsentiert, das den Motor der ZX-10RR oder eine Weiterentwicklung dessen haben wird. Bei der Entwicklung des Fahrwerks wird Kawasaki das vorhandene Know-how teilen.

“Mit fast vier Jahrzehnten Erfahrung in der WSBK wird Kawasaki dieses Wissen in das neue Projekt einfließen lassen, während Bimota seine anerkannten Fähigkeiten in der Fahrwerksentwicklung und -innovation einbringt und das Design und die Technologie mit den zukünftigen Serienmaschinen abstimmt, die bei den Bimota-Händlern zum Verkauf angeboten werden”, teilt Kawasaki mit.


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Kein Kawasaki-Klon: Bimota produziert weiterhin in Italien

Fakt ist, dass die neuen Bimota-Superbikes keine umgelabelten Kawasaki ZX-10RR sein werden. Die Fertigung der Rolling-Chassis erfolgt weiterhin in Italien. “Gemäß der Bimota-Tradition werden viele Teile sowie Haupt- und Unterbaugruppen von Bimota im Werk in Rimini in Handarbeit hergestellt”, bestätigt Kawasaki.

“Als gemeinsamer Partner wird Kawasaki seine technische und präzise Fertigungserfahrung einbringen, um diesen Ansatz bei bestimmten Teilen oder Aspekten der Maschine zu unterstützen”, heißt es in einer Mitteilung des japanischen Herstellers.

Axel Bassani, Alex Lowes

Noch offen: Was passiert mit Axel Bassani und Alex Lowes? Zoom

Dass der Marke Bimota vor fünf Jahren neues Leben eingehaucht wurde, bekamen nur Szenekenner mit. “Bimota und Kawasaki haben eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft”, so Kawasaki. Dass die neue Partnerschaft unter dem Radar lief, führte schlussendlich zur Entscheidung, die Superbike-WM in Sachen Vermarktung als Bühne zu nutzen.